INFO: Gesa-Trasse am Görli, Zivibullen Mobs, Absperrgitter, Bodycams und Drohnen gegen die Revolutionäre 1. Mai Demo

von: anonym, Indymedia 01.05.2026

Gefangenen-Sammelstelle-(Gesa)-Trasse am Görli?

Einen Tag vor dem 1. Mai verdichteten sich Hinweise, dass die Bullen womöglich vorhaben eine Massen-Abfertigungs-Stelle für Festgenommene zwischen Spreewaldplatz bis zum 1. Eingang zum Görli einzurichten. Ein komplettes Areal ist da mit großen Gittern eingezäunt worden. Dahinter sind weitere Absperrgitter – Hamburger Gitter – deponiert. Und bayrische Bullen bewachen den eingezäunten Bereich. (Fotos siehe unten)

Geleakt wurde, dass dieser abgesperrte Bereich für die Öffentlichkeit als „Pufferzone“ tituliert werde, in dem die Bullen Personalien von „auffälligen Demonstranten“ ... abnehmen ... würden.

Zusätzlich sind inzwischen fast alle Eingangstore zum Görli entlang der Demostrecke in der Wiener Straße von den durch eine von den Bullen beauftragte Handwerks-Firma zusätzlich abgezäunt worden: am Eingang Ohlauer Straße, am Eingang Liegnitzer Straße und am Eingang Glogauer Straße.

Zivibullen Mobs am 1. Mai?

Schon im Vorfeld der queer-feministischen Demo am 30.04. hatte sich laut dem Aktionsticker ein großer Mob von circa 30 Zivibullen in möglichst unaufälliger Durchschnittsbürger*innen-Bekleidung am Hermannplatz zur Einsatzbesprechung versammelt (Fotos siehe unten). Und das waren jetzt nicht die bekannten Gesichter jener Zivibullen, deren Fotos sowieso schon überall kursieren.

Diese Zivibullen sind dazu da, tatsächlich möglichsts unauffällig in den Massen am Rande oder inmitten mitzulaufen, um Personen zu verfolgen und zu identifizieren mit dem Ziel der Festnahme.

Absperrgitter auf der Demostrecke – aber nur am Anfang?

Die gestapelten – auch als „Hamburger Gitter“ bekannten – mobilen Absperrgitter (Fotos siehe unten), die ineinander verhakt werden können um teils ganze Straßenzüge abzusperren, wurden überwiegend zum Beginn der Demostrecke am Oranienplatz, an den Kreuzungen über die Oranienstraße und die Wiener Straße bis zum Görlitzer Park an der Abkreuzung Ohlauer Straße gesichtet.

Wie die Bullen am 1. Mai die Absperrgitter in der Oranienstraße aufstellen will, wird sich zeigen, denn ein Sprecher der Bullen ließ bereits in der Presse vermelden, dass es schwierig werde, in diesen engen Straßen Demonstrationsteilnehmer*innen und Bevölkerung auseinanderzuhalten.

Auf dem Teil der Demostrecke über die restliche Wiener Straße am Görlitzer Park vorbei und dann in der Glogauer Straße und der Pannierstraße bis zur Sonnenallee sind keine Hamburger Gitter abgestellt.

Abgestellte Gitter-Stapel wurden dann erst wieder massiv an zwei Hotspots in der Sonnenallee, nämlich an den Kreuzungen der Sonnenallee mit der Pannierstraße und der Reuterstraße gesichtet, und ein einsamer Stapel auf der Höhe Sonnenallee Nummer 25.

Aber im weiteren Verlauf der Demoroute in der gesamten Karl-Marx-Straße, bis zum Hermannplatz und über die Hasenheide bis zum kompletten Areal des Abschlussorts der Demo, dem Südstern, sind ebenfalls keine Bullen-Absperrgitter abgestellt worden.

Auf dem Hermannplatz, etwas abseits der konkreten Demostrecke, stehen lediglich zwei kleine Stapel links und rechts vor dem Haupt-Eingang von Galeria Kaufhof.

Warum die Bullen ihr Absperrgitter-Arsenal nicht bis zum Abschlussort der Demo am Südstern durchgeplant haben, entzieht sich jeder Kenntnis, denn in der Vergangenheit waren sie immer sehr fixiert auf Festnahmen und Prügeleien bei den Abschlusskundgebungen, insbesondere am Südstern.

Feuerwehr, Bodycams und 1. Mai

Ein „Technischer Trick soll Berlins Feuerwehrleute am 1. Mai besser schützen“, schreibt die Morgenpost am 30.04. 20:17  Uhr abends in ihrer 1.-Mai-Ausgabe. Angeblich sei der 1. Mai für die Feuerwehr ein Tag voller Einsätze, und die von ihnen als „Rettungskräfte“ titulierten würden immer häufiger angegriffen. Die Zusammenarbeit mit den Bullen um die Feuerwehrleute zu Bütteln der Aufstandsbekämpfung zu machen, werde zum 1. Mai „ebenfalls noch einmal intensiviert“. Explizit wird hier die Feuerwache Kreuzberg in der Wiener Straße „nahe des Görlitzer Park“ benannt, die dann besonderen Bullenschutz haben werde.

Zu Hilfsbullen bzw. wandelnden Überwachungsträger*innen werden die Feuerwehrleute gemacht, indem das sog. „Pre-Recording“ (ständig und fortlaufend Aufnahmen machen ohne Ankündigung) ihrer Bodycams vom Abend des 30. April bis zum 2. Mai 7 Uhr morgens verlängert werden soll. Bild- und Tonbandaufnahmen werden dabei fortlaufend zwischengesichert. Normalerweise gelten bei Aufnahmen mit Bodycams strenger begrenzte Standards – was sie nun für diesen 1. Mai aushebeln.

Drohneneinsatz am 1. Mai?

„Die Behörde fährt alles auf, was sie hat: Hubschrauber, Drohnen-Abwehr, Boote, Wasserwerfer, Hunde, Fahrradstaffel, Lichtmasten entlang der Route, Wasserwerfer, Lautsprechertrupps, Kommunikationsteams, Höhen- und Tiefenkletterer sowie mobilen Zufahrtsschutz.“, schreibt die BZ als verlängertes Sprachrohr der Bullenpräsidentin.

Immer wieder wird in der Öffentlichkeit so getan, als ob sie all das Gerät größtenteils für Terrorabwehr zum Schutz der Bevölkerung im Einsatz hätten. Das soll z.b. auch das Wort „Drohnenabwehr“ suggerieren. Jedoch ist schon länger bekannt, dass Drohnen als Überwachung von Demonstrationen und Massensituationen nach und nach stärker eingesetzt werden. Weil diese Überwachung durchaus teils noch gesetzliche Grauzone ist, wird der Drohneneinsatz als „Drohnenabwehr“ dargestellt.

10 Jahre „friedlichster 1. Mai“ – und der Bullenapparat rüstet auf?

Seit vielen Jahren vermelden die Bullenchefs immer wieder nach dem 1.Mai, das „dies“ mal wieder der friedlichste 1. Mai gewesen sei. Und trotzdem sind mal wieder Tausende Bullen im Einsatz, und die Aufstandsbekämpfungs-Technik wird sogar noch weiter hochgefahren.

Das kann nur sein, weil sie der Bevölkerung nicht trauen und diese in Schach halten müssen, damit sich die massenhafte Wut gegen die Verhältnisse doch nicht noch irgendwann Bahn bricht am 1. Mai.

Ob das für den 1. Mai aufgebaute technische Szenario der Bullen darauf ausgelegt ist, die Massendemo am 1. Mai inklusive dem Massenprotest im Görlitzer Park frühzeitig zu spalten oder zu zerschlagen, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen.

Vielleicht hat der Bulle Stephan Katte (Chef der Direktion Einsatz/Verkehr), der bei der diesjährigen „Großlage 1. Mai“ zuständig ist für die Bekämpfung des Protests auch lediglich ein Trauma zu kompensieren, weil er seit 1987 bereits 30 mal am 1. Mai im Einsatz war und so hautnah mitbekam, dass es ihnen 40 Jahre lang nicht möglich war den Revolutionären 1. Mai zu zerschlagen.

Denn das Gegenteil ist der Fall: seit einigen Jahren wird der Zulauf zum Revolutionären 1. Mai immer größer, 30.000 Menschen beteiligten sich im letzten Jahr in der Demonstration.


FOTOS

Gefangenen-Sammelstelle-(Gesa)-Trasse am Görli?

Zivibullen Mobs am 1. Mai?

Absperrgitter auf der Demostrecke