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Kalte Räumung in der Brunnenstraße?

30.04.2014

(von Brunnenstr. 6/7 / Indymedia Linksunten)
+++ 2014 in Berlin Mitte ++ durchgestylte Hipster und Party-Meile ++ nahezu kaum noch Alteingesessene Mieter_innen ++ Existenzrecht linker Räume nur noch als Tourist_innen-Attraktion? ++ die Brunnenstraße 6/7, so wie unsere Nachbar_innen-Projekte, geraten immer mehr unter den Druck der Verdrängung ++ Orte des sozialen Widerstands gehören verteidigt +++

Wir sehen uns heute, 30. April im Mieter_innen-Blog der Antikapitalistischen Walpurgisnacht-Demo um 19 Uhr im Wedding
Allet oder nüscht – selbstorganisiert gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung“
http://haendewegvomwedding.blogsport.eu/?page_id=133

und morgen am 1. Mai auf der unangemeldeten 17 Uhr Demo
„Schnauze voll – Demonstration für ein gutes Leben mit Zugang zu Wohnraum, Bildung, Gesundheit und Kultur für Alle!“
https://linksunten.indymedia.org/de/node/110710

In der gesamten EU stehen bis zu elf Millionen Wohnungen leer, davon alleine zwei Millionen in Deutschland. Immer mehr Menschen sind von Zwangsräumungen betroffen. Fast täglich lesen wir, wie im Kontext der kapitalistischen Stadtumstrukturierung immer wieder Mieter_innen und Projekte aus dem Innenstadtbereich verdrängt werden. Kollektives und solidarisches Zusammenleben findet kaum noch Platz in einer Gesellschaft des stetigen Sozialabbaus. Mietsteigerungen und Zwangsräumungen gehören mittlerweile zum Normalzustand.

Ende Februar erhielten nun auch wir, die Bewohner_innen der Brunnenstr. 6/7 in Mitte, deftige Mieterhöhungsschreiben. Die Brunnenstraße 6/7 ist eines der größten Hausprojekte Europas und entstand als Teil der Hausbesetzer_innenbewegung der 90er Jahre in Ostberlin. Selbstverwaltet und kollektiv existiert das Projekt seit nunmehr 24 Jahren.