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Kurz vorm Ausrasten

12.04.2014

Heraus zum revolutionären 1. Mai! Für die soziale Revolution!

„Es gibt so viel Po­ten­ti­al, das ver­geu­det wird. Eine ganze Ge­ne­ra­ti­on zapt Ben­zin, räumt Ti­sche ab oder schuf­ter als Schreib­tisch­skla­ven. Durch die Wer­bung sind wir heiß auf Kla­mot­ten, Han­dys und Autos, ma­chen Jobs, die wir has­sen und kau­fen dann schei­ße, die wir nicht brau­chen. Un­se­re Be­zie­hun­gen sind von Ego­is­mus, Ab­gren­zung und per­sön­li­chem Vor­teil ge­prägt und Frau­en wer­den zu Sex­ob­jek­ten und Haus­frau­en re­du­ziert. Wir wer­den durch das Fern­se­hen auf­ge­zo­gen in dem Glau­ben, dass wir alle ir­gend­wann mal Mil­lio­nä­re wer­den, oder we­nigs­tens mehr haben als unser Nach­bar.

Das wol­len wir aber nicht.
Wir sind kurz, ganz kurz vorm Aus­ras­ten!“

Stell dir vor, wir leben in einer Welt ohne Zwän­ge und wirt­schaft­li­cher Not. Die ge­sell­schaft­li­chen Be­lan­ge wer­den ge­mein­sam or­ga­ni­siert – wie wir leben und was wir voll­brin­gen liegt in un­se­ren Hän­den – dabei be­stimmt So­li­da­ri­tät, Kol­lek­ti­vi­tät und der Re­spekt von jeder/jedem Ein­zel­nen unser Den­ken und Han­deln! Geld, Leis­tungs­t­er­ror und Kon­kur­renz­kampf haben wir hin­ter uns ge­las­sen, so dass alle haben was sie brau­chen und nie­mand hun­gern oder frie­ren muss. Stell dir vor, wir leben in einer Welt, weit­ab von Aus­beu­tung und Un­ter­drü­ckung.

So wie es ist…

In Spa­ni­en be­trägt die Ju­gend­ar­beits­lo­sig­keit über 50%, in Grie­chen­land herrscht Hun­ger, die Selbst­mord­ra­te ist um 650% ge­stie­gen und fa­schis­ti­sche Grup­pen, die vom Staat ge­stützt wer­den, ter­ro­ri­sie­ren die Be­völ­ke­rung, wäh­rend die Troi­ka – allen voran die Herr­schen­den der BRD – von der Armut des Lan­des pro­fi­tiert.

Welt­weit ver­hun­gern Tag für Tag aber­tau­sen­de Men­schen wäh­rend es eine Über­pro­duk­ti­on an Le­bens­mit­tel gibt, die ein­fach im Meer ver­senkt wer­den. In Krie­gen, die oft­mals Aus­druck von ge­gen­sätz­li­chen In­ter­es­sen zwi­schen im­pe­ria­lis­ti­schen Mäch­ten sind, um wirt­schaft­li­che und stra­te­gi­sche In­ter­es­sen zu „ver­tei­di­gen“, wer­den Tag für Tag Men­schen ge­tö­tet und die Krie­ge dann hä­misch als Frie­dens­mis­sio­nen be­zeich­net. Ak­tu­el­le Bei­spie­le dafür sind Sy­ri­en oder die Ukrai­ne. Und wenn die Men­schen nicht dem Krieg zum Opfer fal­len und flüch­ten kön­nen dann wer­den sie in Eu­ro­pa mit einer ras­sis­tisch Flüch­lings­po­li­tik kon­fron­tiert oder ein­fach im Meer zum ster­ben zu­rück­ge­las­sen.

Wäh­rend die­ser Wahn­sinn sich Tag für Tag re­pro­du­ziert wird uns ein­ge­trich­tert, dass es zur jet­zi­gen Si­tua­ti­on keine Al­ter­na­ti­ve gibt, dass das „Ende der Ge­schich­te“ er­reicht sei. Dabei bleibt zwar nicht un­er­wähnt, dass es „Re­zes­sio­nen“ oder „Kri­sen“ gibt und dass man vie­les ver­bes­sern könne, aber letzt­lich wird uns ein­ge­re­det, dass es uns doch gut gehe.

Die BRD gilt dabei als Ge­win­ner die­ser Kri­sen, aber bei nä­he­rem Hin­schau­en wird klar wer hier wirk­lich zu den Ge­win­nern zählt:
Pro­duk­tio­nen wer­den in an­de­re Län­der ver­la­gert, in denen noch nied­ri­ge­re Löhne ge­zahlt wer­den und mie­se­re Ar­beits­be­digun­gen herr­schen. Aber auch hier wird der Nied­rig­lohn­sek­tor be­stän­dig aus­ge­baut und si­che­re Ar­beits­ver­hält­nis­se wer­den künf­tig nur noch Pri­vi­le­gier­ten zu­ge­stan­den, wäh­rend immer mehr sich in Lei­h­ar­beits­ver­hält­nis­sen oder Werk­ver­trä­gen wie­der­fin­den wer­den. Dazu kommt, dass die pri­va­te Re­pro­duk­ti­ons­ar­beit nach wie vor kos­ten­los ge­schieht: Kin­der­er­zie­hung, das küm­mern um die Fa­mi­lie, ge­nau­so wie die Pfle­ge der Äl­te­ren wird zur Pri­vat­sa­che de­kla­riert, wäh­rend die „Er­geb­nis­se“ ge­sell­schaft­lich ge­nutzt wer­den. Und nach wie vor ver­die­nen Frau­en im Schnitt ca. 22% we­ni­ger als Män­ner.

Dabei sinkt der Re­al­lohn, stei­gen die Ne­ben­kos­ten und Le­bens­mit­tel­prei­se be­stän­dig wei­ter, Men­schen wer­den aus ihren Woh­nun­gen zu Guns­ten von teu­re­ren Woh­nun­gen ver­drängt, Zweit­jobs sind schon mehr als Nor­ma­li­tät und die Ar­beits­lo­sig­keit wächst. Und mit der Dro­hung der Krise im Rü­cken wer­den auch noch Lohn­kür­zun­gen, Kurz­ar­beit oder gar der Lohn­ver­zicht in Kauf ge­nom­men – aus Angst den Job zu ver­lie­ren.
Gleich­zei­tig wer­den Ge­win­ne ma­xi­miert, die Pro­duk­ti­on hoch­ge­fah­ren und z.B. dem VW-​Chef Mar­tin Win­ter­korn knapp 16 Mil­lio­nen Euro im Jahr hin­ter­her­ge­schmis­sen oder dem Daim­ler Chef Zet­sche knapp 39 Mil­lio­nen Euro Rente zu­ge­si­chert.
Es wird dann doch recht deut­lich wer hier zu den Ge­win­nern zählt und wer nicht.

… kann es nicht blei­ben

Dort wo sich die Kri­sen­sym­pto­me ver­schärft zei­gen, ver­stärkt sich die Re­pres­si­on gegen fort­schritt­li­che Kräf­te und/oder fa­schis­ti­sche Or­ga­ni­sa­tio­nen wer­den zu­neh­mend stär­ker, set­zen sich ent­we­der an die Spit­ze des Pro­tests oder be­kämp­fen die­sen auf ve­he­men­tes­te Art und Weise. Bei­spie­le hier­für sind die fa­schis­ti­schen Mo­bil­ma­chun­gen in der Ukrai­ne, Un­garn und Grie­chen­land. Doch auch in der BRD wer­den ras­sis­ti­sche Voru­tei­le be­wusst ge­schürt. Sich ge­mä­ßigt ge­ben­de Par­tei­en wie die Al­ter­na­ti­ve für Deutsch­land (AfD), die Pro Deutsch­land Be­we­gun­gen, und nicht zu­letzt offen fa­schis­ti­sche Par­tei­en wie die NPD schü­ren ein ras­sis­ti­sches Klima und tra­gen ihren Teil zu einem Rechts­ruck bei, der sich in Kam­pa­gnen wie die der CSU aus­drückt: „Wer be­trügt, der fliegt“. Bei­trä­ge wie von Sar­ra­zin und Öz­de­mir, die aus dem Kreis der „eta­blier­ten Par­tei­en“ kom­men, geben dem Gan­zen dann noch einen se­riö­sen Tatsch und tra­gen zu einer Ver­brei­te­rung der De­bat­te bei. Wel­che Aus­wir­kun­gen ein sol­ches Klima haben kann zeigt sich in An­grif­fen auf Flücht­lings­hei­me oder in staat­lich fi­nan­zier­tem und or­ga­ni­sier­ten fa­schis­ti­schen Ter­ror wie dem NSU in der BRD oder eben den Pa­ra­mi­li­tärs in Grie­chen­land, Un­garn oder der Ukrai­ne.

Aber über­all auf der Welt gehen Men­schen auf die Stra­ße, um ihre Wut über diese Ver­hält­nis­se Aus­druck zu ver­lei­hen. Ak­tu­el­les Bei­spiel sind die Kämp­fe der Men­schen in Bos­ni­en, die gegen ihre ver­schärf­ten Le­bens­be­din­gun­gen und für bes­se­re Ver­hält­nis­se nicht nur pro­tes­tie­ren, son­dern be­reits ver­su­chen diese zu schaf­fen. Aber auch Be­we­gun­gen wie Oc­cu­py, die Be­we­gun­gen in Ägyp­ten und Tu­ne­si­en, die Kämp­fe in Süd­afri­ka, Grie­chen­land, Spa­ni­en, Por­tu­gal, … sind ein Zei­chen dafür wel­ches Po­ten­ti­al in uns liegt und was wir ge­mein­sam er­rei­chen kön­nen.
Die­sen Kämp­fen ge­mein­sam ist das In­ter­es­se das Be­ste­hen­de nicht wei­ter hin­zu­neh­men, son­dern ge­mein­sam gegen die herr­schen­den Ver­hält­nis­se vor­zu­ge­hen. Dabei gilt für sie, wie für uns, dass wir nichts zu ver­lie­ren haben als un­se­re Ket­ten.

Um die Per­spek­ti­ve einer Welt ohne Aus­beu­tung und Un­ter­drü­ckung prak­tisch oder die Mög­lich­keit die­ser Per­spek­ti­ve sicht­bar wer­den zu las­sen gehen wir, so wie über­all auf der Welt Men­schen auf die Stra­ße, um gegen die herr­schen­den Ver­hält­nis­se und für eine klas­sen­lo­se Ge­sell­schaft zu kämp­fen.

An­satz­punk­te hier­für gibt es be­reits ei­ni­ge, jetzt gilt es diese aus­zu­bau­en, selbst­or­ga­ni­sier­te Struk­tu­ren und In­itia­ti­ven zu schaf­fen.

Des­we­gen:
Her­aus zum re­vo­lu­tio­nä­ren 1. Mai 2014!
Für die so­zia­le Re­vo­lu­ti­on!

Zu­sam­men Kämp­fen [Ber­lin, Mag­d­e­burg, Stutt­gart]
zk-​ber­lin.​bplaced.​net | www.​zusammen-​ka­emp­fen.​tk | www.​zk-​stutt­gart.​tk

 

Ter­mi­ne zum 1. Mai

Ber­lin:

Re­vo­lu­tio­nä­re 1. Mai Demo
18 Uhr | Lau­sit­zer Platz
zk-​ber­lin.​bplaced.​net

Mag­d­e­burg:

Re­vo­lu­tio­nä­re 1. Mai Demo
12 Uhr | Alter Markt
www.​zusammen-​ka­emp­fen.​tk

Stutt­gart

Mon­tag, 14. April, 19 Uhr:
Ak­tu­el­le Si­tua­ti­on in Grie­chen­land
Kol­cho­se Ost
Wa­gen­burg­str. 77

Re­vo­lu­tio­nä­re 1. Mai Demo
12 Uhr | Schloss­platz

ab 16 Uhr Fest im Schlam­pa­zi­us
mit Musik, Dia-​Show mit Bil­der und Vi­de­os

ca. 17.​30 – 18.​30 Uhr: Stadt­teil­spa­zier­gang

im An­schluss Fest und Li­ve-​Mu­sik im Schlam­pa­zi­us
Wa­gen­burg­str. 147
www.​zk-​stutt­gart.​tk

 

Ge­schich­te des 1. Mai

Im Kampf um den 8 Stun­den­tag tra­ten in den USA am 1. Mai 1886 über 340 000 Ar­bei­ter und Ar­bei­te­rin­nen in den Streik. Ei­ni­ge Tage dar­auf wur­den bei Aus­ein­an­der­set­zun­gen in Chi­ca­go zwi­schen De­mons­tran­tIn­nen und der Po­li­zei 7 Po­li­zis­ten und 8 Ar­bei­te­rin­nen und Ar­bei­ter bei den sog. Hay­mar­ket Riots ge­tö­tet, so­wiet wei­te­re 40 Men­schen ver­letzt. In Er­in­ne­rung an die Aus­ein­an­der­set­zun­gen und an die Kämp­fen­den in Chi­ca­go rief 1889 der In­ter­na­tio­na­le Ar­bei­ter-​Kon­gress den 1. Mai zum „in­ter­na­tio­na­len Fei­er-​ und Kampf­tag der Ar­bei­ter­klas­se“ aus.

Im Fa­schis­mus wurde der 1. Mai zum „Na­tio­na­len Tag der Ar­beit“ er­klärt und die Kampf­tra­di­ti­on ge­bro­chen. Je­doch wurde nach dem Fa­schis­mus der 1. Mai wie­der auf­ge­grif­fen und seit­her gehen Jahr für Jahr Men­schen aus der gan­zen Welt auf die Stra­ße um ihren In­ter­es­sen Aus­druck zu ver­lei­hen.

Heute hat der 1. Mai ein dop­pel­tes Ge­sicht. Auf der einen Seite wird er von den Ge­werk­schaf­ten und re­for­mis­ti­schen Lin­ken als Fei­er­tag be­gan­gen und sei­ner kämp­fe­ri­schen Tra­di­ti­on be­raubt, an­de­rer­seits gehen auch heute noch Jahr für Jahr Men­schen auf die Stra­ße und ver­bin­den mit dem 1. Mai mehr als nur ein Kampf um öko­no­mi­sche Ver­bes­se­run­gen, son­dern ver­bin­den mit die­sem Tag die Per­spek­ti­ve einer Welt ohne Aus­beu­tung und Un­ter­drü­ckung.

 

Den An­ti­fa­schis­ti­schen Selbst­schutz or­ga­ni­sie­ren

Die jähr­lich statt­fin­den­den Na­zi-​Groß­auf­mär­sche in Mag­d­e­burg, die zahl­rei­chen klei­ne­ren Demos über­all in der Re­pu­blik, ge­nau­so wie die un­hei­li­ge Al­li­anz von Rechts­po­pu­lis­ten mit „Bür­ge­rIn­nen“ und Fa­schis­tIn­nen zu ver­schie­de­nen po­pu­lis­ti­schen The­men und den damit ver­bun­de­nen „Rechts­ruck“ in ge­sell­schaft­li­chen Dis­kur­sen ma­chen uns ge­ra­de im Zu­sam­men­hang mit der Krise klar, dass die Lo­sung des An­ti­fa­schis­ti­schen Selbst­schutz wich­ti­ger denn je ist.

Neben der all­täg­li­chen an­ti­fa­schis­ti­schen Ar­beit ist es aber auch not­wen­dig große sym­bo­li­sche Ak­ti­vi­tä­ten der Fa­schis­ten, wie den Na­zi­auf­marsch in Mag­d­e­burg, – ge­nau­so wie die der Rechts­po­pu­lis­ten – zu ver­hin­dern.

Ach­tet auf An­kün­di­gun­gen und be­tei­ligt euch an den an­ti­fa­schis­ti­schen Pro­tes­ten in Mag­d­e­burg 2015!

 

Ka­pi­ta­lis­mus heißt Krieg
– von 1914 über 1999 bis 2014 –

Am 1. Au­gust 1914 be­gann der 1. Welt­krieg und hat eine krie­ge­ri­sche Kon­ti­nui­tät Deutsch­lands bis heute fort­ge­führt. In die­sem Jahr jährt sich der Be­ginn des 1. Welt­kriegs zum 100. mal, ge­nau­so wie sich der NA­TO-​Krieg in Ju­go­sla­wi­en zum 15. mal jährt. Ju­go­sla­wi­en war der erste „An­griffs­krieg“ nach dem 2. Welt­krieg bei dem sich die BRD aktiv be­tei­lig­te.

Un­be­schreib­li­ches Elend, un­zäh­li­ge Ver­letz­te und Tote – dies alles ist die Kriegs-​Rea­li­tät, die sich bis heute durch­zieht. Krie­ge wer­den für wirt­schaft­li­che und stra­te­gi­sche In­ter­es­sen ge­führt. Sie sind ein Be­stand­teil der ka­pi­ta­lis­ti­schen Logik. D.h., dass so­lan­ge es Ka­pi­ta­lis­mus geben wird es immer wie­der zu Krie­gen kom­men wird.

Wir sehen es als un­se­re Auf­ga­be an den Kampf gegen Krieg mit einer Per­spek­ti­ve eines „grund­sätz­lich an­de­rem“ zu ver­bin­den. Für uns muss es daher hei­ßen:

Klas­se gegen Klas­se – Krieg dem Krieg! Kampf dem Ka­pi­tal bis der Frie­den siegt!