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Aufruf des „Jugendbündnis 1. Mai Berlin“ zum 30. April und 1. Mai

27.04.2020

von: Jugendbündnis 1. Mai Berlin
https://jugendbuendniserstermai.blackblogs.org

Lasst uns an beiden Tagen unsere Wut über ihre ungerechte Politik auf die Straße bringen. Am 30. April mit Fahrrädern in den Friedrichshainer Südkiez und am 1. Mai mit oder ohne nach Kreuzberg 36.

Aktuelle Infos und Ankündigungen unter:
jugendbuendniserstermai.blackblogs.org
und #JB1MAI

Wir sollten uns zum einen solidarisch gegenüber denen verhalten, die das Virus bedroht, zum anderen wollen wir auch solidarisch mit denen sein, denen das #Socialdistancing nicht hilft, sondern ihre Stimmen und Perspektiven verstummen lässt. Menschen, bei denen die sogenannte „Solidarität“ der Bundesregierung wie auch sonst endet, sobald das brüchige Wirtschaftssystem und ihre „Macht“ gesichert sind.

The kids need a home!
Gegen die Stadt der Reichen!

Während allein in Berlin über 12.000 AirBnB-Wohnungen und ganze Häuser, die als Spekulationsobjekte dienen, leer stehen, gibt es weiterhin täglich zehn Zwangsräumungen. Nach dem Motto profit over people wird der Platz in dieser Stadt vor allem für uns Jugendliche immer geringer: Mit Praktikum, Ausbildung oder Minijob können wir den Mietenwahnsinn nicht stemmen. Häufig werden wir gezwungen, unser soziales Umfeld zu verlassen, damit Dänische Rentenfonds und reiche Investor*innen ihre Rendite sichern. Und auch der Mietendeckel ist längst nicht ausreichend! Zeitlich begrenzt und nicht umfangreich genug, bietet er vielleicht eine Verschnaufpause für Einige, wird an dem Problem der ewigen Profitmaximierung der Immobilienbranche auf Kosten der Wohnenden jedoch nichts ändern. Von der Unmöglichkeit, eine Wohnung zu finden, abgesehen, verschwinden nach und nach mehr Freiräume. Seit nunmehr Jahrzehnten werden wir aus diesen verdrängt, damit an ihrer Stelle Luxusapartments oder Büros entstehen können. Die Stadt und wir Jugendlichen brauchen Räume wie die Liebig34, den Sabotgarden oder die Meuterei! Lasst uns die Stadt zurückholen und sie wieder für alle lebenswert und bewohnbar machen!

The kids love queerfeminism!
Gegen Patriarchat und Ausbeutung!

Wie lange ist es her, dass dir das letzte Mal hinterhergepfiffen, du eklig angemacht wurdest oder von einem Übergriff von sexualisierter Gewalt gehört hast? Wahrscheinlich nicht sehr lange. Im Patriarchat gehören diese Vorfälle zum Alltag. Doch das Problem endet nicht an der Haustür, sondern geht dort häufig erst richtig los. In Zeiten von #stayathome steigen die Übergriffe von häuslicher Gewalt vor allem für Frauen* dramatisch an. Ein erzwungener Aufenthalt zu Hause kann so schnell zu #stayathell werden. Doch Frauenhäuser sind überlastet und seit langer Zeit unterfinanziert. Die Unterdrückung und Ausbeutung sind in sämtlichen Bereichen des Lebens zu spüren. So liefe ohne die Arbeit von Frauen* in Kitas, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, etc. gerade gar nichts mehr. Gleichzeitig sind das genau die Berufe, in denen seit Jahren Personalmangel, hohe Arbeitsbelastung und schlechte Bezahlung vorherrschen. Politik und Unternehmen nehmen das nicht nur in Kauf, sondern befördern es mit der Privatisierung von Krankenhäusern und Leiharbeitsfirmen aktiv. Es ist Zeit, diese Unterdrückunsdynamiken hinter uns zu lassen! Das Patriarchat meucheln!

The kids love solidarity!
Gegen Rassismus und die Festung Europa!

Deutschland 2020: Seit Anfang der 2000er Jahre verübten Rechte über 245 Morde in Deutschland. Immer wieder wurde von Regierung, Polizei, Verfassungsschutz und co. das Problem runtergespielt, die Täter als verrückte Einzeltäter verharmlost. Wie sollte es auch anders sein, wenn die eigenen Strukturen von Rassismus durchzogen sind und der damalige Verfassungsschutz-Chef Hans Georg Maaßen rechte Hetzjagden in Chemnitz verharmlost? Er ist damit genauso wie die AFD, CDU und co. Brandstifter für die rassistischen Morde in Hanau und alle anderen Opfer rechter Gewalt. Das Problem heißt Rassismus!
„Wir warten solange auf eine europäische Lösung, bis Corona die Flüchtlingsprobleme für uns gelöst hat.“ Zynisch, aber leider war, so endet die sogenannte „Solidarität“ der Bundesregierung an den europäischen Außengrenzen und kostet dort unzählige Menschen ihr Leben. Europa tritt die Menschenwürde seit vielen Jahren mit Füßen. Wir können nicht weiter zusehen, wie unsere Freund*innen ermordet werden und uns auf den Staat verlassen, wir müssen uns gemeinsam organisieren, um uns gegenseitig schützen zu können!

The kids love peace!
Gegen die deutsche Kriegstreiberei!

Auch in Zeiten von Corona laufen Kriege, wie der, der Türkei gegen Rojava, weiter und deutsche Rüstungskonzerne wie Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann produzieren weiter fleißig Kriegsgerät. Überall auf der Welt werden Kriege aus deutschen Wirtschaftsinteressen und mit deutschen Waffen geführt. Auch hier wird sichtbar, dass wirtschaftliche Interessen deutlich über Menschenleben und Menschenrechten stehen. Wir müssen Waffenexporte stoppen und verdammt nochmal aufhören, Stellvertreterkriege zu legitimieren und zu finanzieren!

The kids love their earth!
Gegen Klimakiller und Greenwashing!

Die Erde brennt und eine globale Klimabewegung brachte allein innerhalb eines Jahres Millionen von jungen und alten Menschen auf die Straße. Gerade die Jugend war sehr präsent, immerhin sind wir es, die die Fehler der Politiker*innen ausbaden werden. In diesem System gab es keine nennenswerte Reaktion: Kohlekraftwerke, wie „Datteln 4“, gehen in Deutschland trotzdem weiter ans Netz und die Nachhaltigkeitsbewegung wird für wirtschaftliche Zwecke genutzt. Konzerne sind hier wichtiger zu retten, als die Erde und so verschwindet nach und nach immer mehr von unserer wichtigsten Ressource: der Natur. Da hilft nur: Kohlekraftwerke runter fahren, Neoliberalismus überwinden und Kapitalismus abschaffen!
Lasst uns an beiden Tagen unsere Wut über ihre ungerechte Politik auf die Straße bringen. Am 30. April mit Fahrrädern in den Friedrichshainer Südkiez und am 1. Mai mit oder ohne nach Kreuzberg 36.

Dabei wollen und werden wir bei all unseren Aktionen darauf achten, den Infektionsschutz zu wahren. Grundlegende Schutzmaßnahmen sind dabei für uns: Handschuhe, Gesichtsmasken und Abstand zueinander zu halten.
Noch mehr, als schon in den Jahren zuvor, ist es wichtig, dass sich alle aktiv an dem Protest beteiligen. Wir rufen alle Jugendlichen und sonstigen solidarischen Menschen auf, sich uns anzuschließen! Bringt Schilder und Transparente mit und werdet kreativ! Heraus zum ersten Mai, der erste Mai sind wir alle!

Aktuelle Infos und Ankündigungen unter: jugendbuendniserstermai.blackblogs.org und #JB1MAI