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Selber machen: Kämpfen! Streiken! Besetzen!

19.04.2016

Revolutionäre 1. Mai Demo 2016

Das Leben wird prekärer und repressiver. Ob in der Schule, den Betrieben, vor dem LaGeSo oder auf dem Jobcenter die gesellschaftliche Kälte greift nicht erst seit dem Rechtsruck – hierzulande und global – um sich. So schwierig die Situation scheint, so gibt es doch viele Beispiele des Widerstandes.

Steigende Mieten, die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen, Zwangsrämungen oder rassistische Polizeikontrollen: Rassismus und soziale Ausgrenzung sind allgegenwärtig und prägen das Leben in Berlin. Umso wichti- ger ist es, dem eine solidarische und antikapitalistische Perspektive entgegenzusetzen. Grenzen zu überwinden bedeutet, dass antirassistische und stadtpolitische Kämpfe zusammengehören – ob im Widerstand gegen Lagerindustrie, die Geflüchtete in Massenunterkünfte sperrt, oder gegen kapitalistische Renditeinteressen.

Soziale Zentren für alle müssen her, um sich kennenzulernen, zu vernetzen und um die Entfremdung, Isolierung und Entsolidarisierung im Kapitalismus aufzubrechen. Rassismus und Verdrängung kann durch kollektive Räume der Kampf angesagt werden. Wohnraum darf nicht dem Senat oder dem „Wohlwollen“ von Investor*innen überlassen werden: Gemeinsam und selbstorganisiert müssen wir dafür kämpfen, unsere Räume zu verteidigen und neue zu schaffen.

Mit dem sicherheitspolitischen Konzept von „Gefahrengebieten“ wie in der Rigaer Straße sollen kapitalistische Profitinteressen mit Polizeigewalt durchgesetzt werden. Es handelt sich dabei auch um einen Frontalangriff auf alternative Wohn- und Kulturprojekte wie aktuell die Friedel54, die Köpi, das M99 und zahlreiche andere. In Friedrichshain, Neukölln, Wedding und anderen Bezirken sind Senat, Bezirke und Polizei die willigen Vollstrecker*innen der Interessen von Investor*innen.

Wohnraum wird parallel Druck auf die Lohnabhängigen ausgeübt. Der elendigen Verwaltung durch das Jobcenter setzen wir solidarische Begleitung und Entschlossenheit entgegen. In Zeiten des Erstarkens nationalistischer und sozialchauvinistischer Positionen müssen wir unsere gegenseitige Solidarität nicht nur virtuell zeigen, sondern aktiv zu leben. Neben der Frage um menschenwürdiges Wohnen gilt es, prekären Arbeitsbedingungen den Kampf anzusagen. Vernetzung mit den Kolleg*innen – im Betrieb und international – bedeutet eine Absage an die Konkurrenzlogik und kann kollektiven Widerstand gegen eine kapitalistische, menschenverachtende Unternehmenslogik schaffen. Wir dulden nicht, dass illegalisierte oder geflüchtete Menschen und eine angebliche „Stammbelegschaft“ gegeneinander ausgespielt werden.

Wir machen auch jene Kämpfe sichtbar, die in der patriarchalen Gesellschaft verschwiegen oder deren Bedeutung relativiert werden. Eine solidarische Perspektive bedeuten auch immer, Kämpfe gegen sexistische, patriarchale Unterdrückung mitzudenken. Denn nach wie vor wird die zum großen Teil von Frauen* geleistete Arbeit im Haushalt, bei der Pflege und Erziehung schlecht oder gar nicht bezahlt. Die geschlechtsspezifische, ausbeuterische Ar- beitsteilung ist eine Grundlage der herrschenden patriarchalen Verhältnisse.

Es gibt viel zu tun, und noch mehr zu gewinnen. Wir müssen im Alltag mehr zusammenstehen, uns organisieren und gemeinsam gegen Rassismus, Patriarchat und Kapitalismus kämpfen. Gesellschaftliche Freiheit entsteht nicht durch das bloße Hoffen und das „richtige“ Kreuz auf dem Wahlzettel. Ob im Betrieb oder in den Häusern: Eine solidarische und klassenlose Gesellschaft können wir nur selbst schaffen!

Kämpfen! Streiken! Besetzen!

Laßt uns gemeinsam am 30. April und 1. Mai Neben der künstlichen Verknappung von auf die Straßegehen!KommtinunserenBlock!