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Mit dem Besetzen anfangen! – Haus besetzt am Nordhafen

30.04.2015

Verfasst von: Einige Autonome. Verfasst am: 30.04.2015 – 08:15. Geschehen am: Donnerstag, 30. April 2015. [INDYMEDIA LINKSUNTEN]

Heute morgen haben wir ein Haus am Nordhafen scheinbesetzt. Freiräume erkämpfen!

Wir haben heute das Haus in der Fennstraße 35 am Berliner Nordhafen scheinbesetzt. Wir wollen damit unsere Solidarität zeigen mit der geplanten Besetzung eines Sozialen Zentrums zum 1. Mai. Wir wollen aufmerksam machen auf ein weiteres Beispiel Berliner Wohnungs- und Verdrängungspolitik.

Nach dem Rausschmiss der Mieter_innen stehen mehrere Gebäude am Nordhafen seit Jahren leer. Der angrenzende Bayer-Konzern hat die Grundstücke aufgekauft, um sein Firmengelände zu erweitern und Platz zu schaffen für Bürotürme und Konferenzzentren. Nur wenige Mieter_innen eines betroffenen Wohnhauses kämpfen noch gegen die Konzernpläne.

Der Prozess muss im Zusammenhang gesehen werden mit der allgemeinen „Aufwertung“ des Weddings, insbesondere der Müllerstraße, sowie der Entstehung der Europa-City. Bereits jetzt steht am Nordhafen eine millionenschwere Reihenhaussiedlung. Konzerngebäude und Luxushäuser verdrängen so ehemalige Mieter_innen und alle Menschen aus dem Gebiet, die nicht das nötige Kapital mitbringen. Besonders betroffen sind hiervon Menschen, die in unserer Gesellschaft ohnehin schon an den Rand gedrängt werden, weil sie nicht in den Weißen Deutschen Mittelschichtskonsens passen: Illegalisierte, Migrant_innen, Erwerbsschwache und alle anderen, die auf die eine oder andere Weise nicht im Konsens aufgehen.

Verdrängung ist dabei nicht bloß ungewünschte Folge wirtschaftlicher „Aufwertung“, sondern ihre politisch gewollte Kehrseite. Für uns ist klar, dass Forderungen an die Apologeten dieses Systems keinen Sinn machen. Es kommt darauf an sich selbst zu organisieren und Räume für alternatives Leben, fernab kapitalistischer Verwertungslogik zu erkämpfen. Unsere Aktion dient als symbolischer Akt dazu Möglichkeiten aufzuzeigen. Wir wollen und werden uns mit dem Bestehenden nicht abfinden. Wir werden uns nicht davon abhalten lassen, den notwendigen Wandel zu erzwingen.

Wir sind viele! Wir sind überall!