Revolutionärer 1. Mai 2007

Aufruf der Antifaschistischen Linken Berlin | März 2007


1mai07
Aufruf zum Freiräumeblock auf der revolutionären 1.Mai Demonstration um 18 Uhr

Mit dem Freiräumeblock wollen wir den vielen selbstverwalteten Initiativen, Häusern und Wagenburgen eine Möglichkeit geben, sich in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen und ihre aktuelle Situation gemeinsam im Rahmen des 1.Mai´s auf die Strasse zu tragen. Dazu wollen wir auch auf die immer weiterreichende Stadtumstrukturierung mit ihren negativen Folgen aufmerksam machen und uns gegen diese Vertreibungspolitik zur Wehr setzen. Selbstbestimmte Freiräume stehen einerseits der Profitgier des Kapitalismus im Wege und wurden anderseits von den Regierenden schon immer als gefährlich, widerständig und das System destabilisierend erkannt und sind seit jeher staatlicher Repression ausgesetzt. Daher sind immer mehr unserer Projekte bedroht, werden zerstört und vertrieben.

Wenn wir am 1.Mai im Freiräumeblock für den Erhalt und Ausbau von linken Projekten und Freiräumen auf die Strasse gehen, dann geht es uns nicht allein um unsere eigenen Strukturen und Räume. Unser Kampf ist ein Teil des Kampfes gegen die allgegenwärtige gesellschaftliche Normierung und staatliche Kontrolle. Wir sehen uns in Zusammenhang mit allen, die sich ein Leben außerhalb von gesellschaftlicher Anpassung, allgegenwärtiger Kontrolle und kapitalistischer Verwertungslogik vorstellen. Ob im Park rumhängende Punx von Kiezbullen belästigt werden, die Alg II Empfängerin ihre Kontobewegungen für sich behalten will oder der Sprayer andere Vorstellungen von Stadtverschönerung hat – wir alle kämpfen um die letzten Reste von Freiräumen, um die Räume, die wir für eigenständiges, kreatives Leben brauchen. Unsere Vorstellungen, wie wir unseren Freiraum gestalten wollen, sind so unterschiedlich wie wir selbst und trotzdem führen wir einen gemeinsamen Kampf.

Wir sehen unseren Kampf um Freiräume auch im Kontext mit dem diesjährigen Widerstand gegen den G8 Gipfel in Heiligendamm, auf dem die wirtschaftliche Ausplünderung der Erde und die fortschreitende Privatisierung aller verfügbaren Ressourcen optimiert werden soll. Die menschenverachtende Politik, die die 8 Regierungschefs der wirtschaftlich und militärisch führenden Staaten der Welt bei ihren jährlichen Treffen vorantreiben, zeigt sich auf allen Ebenen. Auch unsere Projekte hier sind betroffen: mehr Freiheit fürs Kapital, weniger Räume für Unkommerzielles und Selbstorganisiertes.

Und nur gemeinsam können wir diesem System die Stirn bieten und uns das recht auf Freiraum nehmen – allein machen sie dich ein!
Wir werden Freiräume als Lebensraum und Widerstandsstruktur immer wieder und an allen Orten verteidigen und erkämpfen!
Wir rufen deshalb alle, die in einer bunten, vielfältigen statt grauen Gesellschaft leben wollen, auf, sich an unserem Block zu beteiligen!

Freiräume werden erkämpft und nicht erbettelt!
Für die soziale Revolution – weltweit!

Lausitzer Platz: 17 Uhr Kundgebung mit Bands
18 Uhr Demonstration


AufruferInnen: Rigaerstrasse-fights-back-Bündniss, Rigaerstrasse 84, Rigaerstrasse 78, Rigaerstrasse 94, Köpi, New York 59, Tommy Weissbecker Haus, Lohmühle, Ungdomshuset- Soligruppe Berlin, Wopsite, Schwarzer Kanal, Kampagne Freiräume verteidigen und erkämpfen, B.A.N.G., Sternburgbrigade, Schnarup Thumby, Zielona Gora, Brunnenstrasse 183, Einzelpersonen, Selbstverwaltetes Jugendzentrum Drugstore, Potse
Unterstützt wird der Aufruf von AktivistInnen des Ungedomshuset in Kopenhagen